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Este es un buen lugar para regresar siempre

Letzten Montag bin ich zusammen mit Muriel und Zoraida nach Huaraz gefahren. Wir haben schon lange darüber geredet, aber da ich mich an die peruanische Weise des Planes gewöhnt habe, war ich dann sehr überrascht als wir wirklich am Montag im Bus saßen. Huaraz ist eine Stadt, die ungefähr 5 Stunden in Richtung Landesinneren liegt. Sie ist bekannt als die Schweiz Perus, da sie hoch in den Anten liegt. Wir sind also mit einem sehr peruanischen, billigen Bus nach Huaraz geschaukelt: eine echte Erfahrung. Mir haben die ungemütlichen Sitze im Gegensatz zu den anderen nichts ausgemacht, aber ich hatte dann doch ziemlich Schiss, dass wir bei der nächsten Serpentine einfach den Berg runterkippen. Aber wir sind heil angekommen und haben am Montag erst mal die erste Wanderung für Dienstag vorbereitet; eine Tour für 35 Soles gebucht und uns mit Wasser, Schokolade und Energieriegel versorgt. Am Abend waren wir dann noch ein Bier mit einem Freund von Zoraida trinken (sie hat dort 1 Jahr lang gewohnt).

Huaraz: es ist ein ganz andere Stadt als Chimbote. Sie liegt in Mitten eines Tals zwischen hohen Bergen. Einer der größten Unterschiede ist, das hier viele Bewohner in den traditionellen Quechua Kleidern rumlaufen. Auch die Sprache Quechua ist hier an der Tagesordnung. Außerdem ist hier den Anblick von Gringos (eigentlich eine Bezeichnung für Leute aus den Vereinigen Staaten, wird hier aber für alle Weiße benutzt) sehr viel normaler. Hier bin ich das erste Mal auf Rucksack-Touristen gestoßen. Irgendwie hatte ich am Anfang das intuitive Verlangen mich von diesen Touristen abzusetzen. Ich würde gerne mehr ein Teil der Peruaner werden. Leider glaube ich, dass ich bis zu einem gewissen Grad immer ein Außenseiter bleiben werde.

Am Dienstag ging es für uns um 4:30 los; ein ziemliche Qual für mich, wie sich jeder, der mich kennt, vorstellen kann. Um 5:30 sind wir dann mit vielen anderen Touristen erst mal 3 Stunden einen Berg hochgefahren. Und dann ging es ans laufen. Die erste Stunde ging es sehr ebenerdig zwischen kleinen Flüssen entlang. Dann ging es steiler den Berg hinauf. Nach 3 ½ Stunden waren wir dann doch sehr, sehr müde und die letzte halbe Stunde war eine ziemliche Qual. Aber der Anblick der uns oben erwartete war es alles wieder wert: die Lagune 69. Ich versuch gar nicht viel zu beschreiben, sondern lass einfach die Fotos für sich selbst sprechen. Der Weg zurück zum Bus war für mich und Zoraida sehr munter, nur Muriel tat sich ein bisschen schwer. Mitten drin wurden wir von einem ziemlich heftigen Regenschauer überrascht. In dem Moment hat mir das Garnichts ausgemacht, wir sind eher lachend im Regen rumgetanzt. Aber ich glaube es hat dazu gefühlt, dass ich mich später im Bus und am Abend ziemlich krank und fiebrig gefühlt habe.

Am Mittwoch ging es ein bisschen später los. Als der Wecker um 6:00 Uhr klingelte war für uns alle klar: geht noch nicht. Also sind wir entspannt um 7:00 Uhr aufgestanden und frühstücken gegangen. Dann haben wir Luis gefunden; einen Kollektivo Fahrer der uns für 100 Soles ans nächste Ziel bringen würde. Wir erwarteten einen einfachen Spaziergang von 1-2 Stunden. Der Weg an diesem Tag war auch sehr viel freundlicher zu unserem Muskelkater als der vorherige. Am Anfang hat mich die Gegend oft an die Alpen erinnert; ein sehr merkwürdiges Gefühl. Leider haben wir uns unglaublich verschätzt und sind im Endeffekt länger gelaufen als am ersten Tag (4 ½ Stunden zur Lagune). Vor allem für Muriel wurde es immer schwerer. Zum Glück kam ein Ranger auf seinem Motorrad an uns vorbei und hat sie das letzte Stück mitgenommen. Zoraida und ich haben uns gegenseitig motiviert und haben das letzte Stück auch noch geschafft.

Der Weg zurück war dieses Mal wirklich wie ein Spaziergang. Unser Fahrer Luis hat geschlagene 8 Stunden auf uns gewartet. Auf dem Weg zurück nach Huaraz kamen wir an vielen kleinen Dörfern der Quechua vorbei. Da dort nicht oft Autos langfahren haben wir einige Leute mit runter in die Stadt genommen. Als erstes stieg eine wunderschöne, junge Frau ein. Wie die meisten jungen Leute war sie nicht traditionell gekleidet. Sie hatte jedoch ein typisches Tuch als Tragetuch um den Rücken gebunden. Nur die Rundung des Tuches und die Achtung mit der die Frau sich bewegte verriet das sich dort ein Baby drin verbarg. Später kam ein älteres Ehepaar dazu. Die Frau war mit von Rock bis Hut traditionell bekleidet und der Mann trug in die bunten Tücher eingewickeltes Getreide.

Am Donnerstag machte sich der Muskelkater so bemerkbar, dass wir beschlossen nicht nochmal eine Wanderung zu unternehmen, sondern die umliegenden „Pueblos“ (kleine Städt) anzugucken. Wir besuchten Carhuaz, Yungay und Caraz. Zoraida zeigte uns wie sich die traditionelle Kleidung von Ort zu Ort änderte; die Farben, die Form des Rockes und die Höhe und Form des Hutes geben Auskunft über die Ortszugehörigkeit. Außerdem tragen verheiratete Frauen einen Hut mit einem fächerartigen Muster, während unverheiratete Frauen entweder keinen Hut tragen, oder einen verziert mit Blumen und verschiedenen Farben.

Es waren ein paar wundervolle Tage, in denen ich eine ganz andere Seite von Peru kennengelernt habe. Jetzt mach ich mich daran, mal ein bisschen Druck wegen meines Projekts zu machen. Ich merke langsam wie ich etwas brauche, dass mich begeistert, etwas in das ich mich wirklich reinwerfen kann. Langsam aber sich hinterlässt der Drive und die Begeisterung, die ich in der letzten Zeit in Deutschland hatte, eine Lücke.

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